Getauft auf Anke
Arnold vom Melchtal richtet die Schranke auf und tauft sie auf den Namen seines ersten Schafes – Anke. Sie soll die Schafherden regulieren, die zu den beliebten Auen am Melchsee ziehen.
Ein Ort. Viele Geschichten.
Seit 1798 steht sie im Melchtal wie ein stiller Wächter der Zeit. Ein bescheidenes Bauwerk – und ein Zeuge von Alpenwirtschaft, Tourismus und Krieg.
Die Geschichte entdecken
Sie steht im Melchtal wie ein stiller Wächter der Zeit: Anke, die Schranke von Melchsee-Frutt. Ihre Geschichte erzählt von der Alpenwirtschaft, dem Tourismus, den Kriegsjahren und dem Wandel bis in die Gegenwart.
Arnold vom Melchtal richtet die Schranke auf und tauft sie auf den Namen seines ersten Schafes – Anke. Sie soll die Schafherden regulieren, die zu den beliebten Auen am Melchsee ziehen.
In Ankes Erzählung gilt diese Zeichnung von 1817 als die erste gefundene Skizze und bildliche Dokumentation der Schranke. Sie zeigt den einfachen Schlagbaum und das kleine Wärterhäuschen aus Holz – 19 Jahre nach der Fertigstellung.
Bis 1864 führt nur ein Säumerpfad ins Melchtal. Ein Fahrweg erleichtert nun den Zugang. Später prägen regelmässige Verkehrsverbindungen und der Tourismus das Tal – und den Weg zu Anke.
Während des Zweiten Weltkriegs entsteht im Melchtal ein Militärspital, das später als Truppenlager genutzt wird. In Ankes Erzählung erhält die alte Schranke eine neue, ernste Funktion: Sie wird zum militärischen Kontrollpunkt.
Die Schranke wird renoviert und zu einer vierspurigen Anlage ausgebaut. So wird das Bauwerk erneuert, das im Melchtal längst mehr ist als reine Infrastruktur.
Heute steht Anke noch immer im Melchtal. Sie ist ein Zeuge von Alpenwirtschaft, Tourismus und Krieg – und ein Porträt des historischen Melchtals.
Die Verkehrsgeschichte des Melchtals und der Bau des Militärspitals 1941–1942 sind historisch belegt; die Angaben zu Arnold, Ankes Namensgebung und ihrer eigenen Geschichte gehören zur Erzählung dieser Webseite.
02 / Eine Herzensangelegenheit
Für die Menschen im Melchtal ist Anke Erinnerung, Halt und ein vertrauter Teil des Lebens. Ein stiller Fels, auf den man sich verlassen kann – und manchmal sogar ein Grund, morgens mit einem Lächeln loszugehen.
Danke, Schranke Anke.
Manche erinnern sich noch als Erwachsene daran, wie mächtig Anke ihnen schon als kleines Kind erschien. Dieser Eindruck konnte sogar helfen, die Motivation für die Schule zu finden.
Eine Schranke hält inne, setzt eine Grenze und gibt Orientierung. Für manche ist Anke deshalb eine emotionale Stütze und ein verlässlicher Fels im Leben.
Andere sind ihr dankbar, weil sie immer offen ist und kostenlose Parkplätze ermöglicht. Auch solche ganz alltäglichen Dinge gehören zur Zuneigung, die Anke entgegengebracht wird.
Wie das Tal erreichbar wurde – und wie verletzlich diese Verbindung sein kann.
Bis ins 19. Jahrhundert war das Melchtal nur über einen Säumerpfad erreichbar. 1864 ersetzte ihn ein Fahrweg; zwischen 1930 und 1932 wurde dieser zur Strasse ausgebaut. Seit 1893 gibt es regelmässige Verkehrsverbindungen nach Kerns, seit 1924 eine Postautoverbindung.
Beim schweren Unwetter trat die Melchaa vielerorts über die Ufer. Sie zerstörte Böschungen und Teile der Kantonsstrasse. Das Tal und zahlreiche Touristen auf Melchsee-Frutt waren tagelang von der Aussenwelt abgeschnitten. Erst eine Notstrasse schuf wieder einen Zugang; die Kantonsstrasse wurde im November 2005 wieder für den Verkehr geöffnet.
Ankes Erzählung und die Verkehrsgeschichte des Melchtals: die wichtigsten Stationen im Überblick.
In Ankes Erzählung richtet Arnold vom Melchtal die Schranke auf und benennt sie nach seinem ersten Schaf. Sie soll die Schafherden auf ihrem Weg zu den Auen am Melchsee regulieren.
Der Säumerpfad wird durch einen Fahrweg ersetzt.
Regelmässige Verkehrsverbindungen verbinden das Melchtal mit Kerns.
Die Postautoverbindung beginnt.
Der Fahrweg wird zur Strasse ausgebaut. Das Bild von 1933 zeigt die Schranke im Jahr danach.
Das spätere Truppenlager entsteht als Militärspital. In Ankes Erzählung übernimmt die Schranke eine militärische Kontrollfunktion.
Im August zerstört die Melchaa Teile der Kantonsstrasse. Eine Notstrasse beendet die Isolation; im November wird die Kantonsstrasse wieder geöffnet.
Anke wird renoviert und zu einer vierspurigen Anlage vergrössert.
Anke steht noch immer im Melchtal und erinnert an die Geschichte der Alpenwirtschaft, des Tourismus und des Krieges – und an die Menschen, denen sie ans Herz gewachsen ist.
05 / Vor Ort
Die Schranke von Melchsee-Frutt liegt im Melchtal. Von Kerns führt der Weg durch das Tal zur Stöckalp. Von dort erreicht man Melchsee-Frutt mit der Seilbahn und im Sommer auch über die Bergstrasse.
Anke auf Google Maps Mehr über das Melchtal auf Wikipedia